Ratgeber · Darts auswählen · 10 Min. Lesezeit
Die richtigen Darts finden: Gewicht, Barrel, Spitzen, Schäfte und Flights
Die richtigen Darts findest du über Gewicht und Barrel, denn diese beiden bestimmen, wie sich ein Dart anfühlt und wie er fliegt. Spitzen, Schäfte und Flights kosten wenig und stimmen den Rest ab.
Kurz gesagt
- Starte mit 20 bis 24 g und pass das Gewicht später an.
- 80 bis 90 % Wolfram ergibt ein schlankes Barrel zum fairen Preis.
- Die Barrel-Form richtet sich danach, wo du den Dart greifst.
- Erst testen, dann zahlen, danach immer nur ein Teil ändern.
Der Aufbau
Aus welchen Teilen besteht ein Dart, und was bewirkt jedes davon?
Ein Steeldart hat vier Teile: die Spitze, das Barrel, das du in der Hand hältst, den Schaft und den Flight. Das Barrel bestimmt den Großteil des Gefühls, Schaft und Flight stimmen Flug und Einstich fein ab.
Gewicht
Welches Gewicht sollten deine Darts haben?
Ein ideales Gewicht für alle gibt es nicht, also fang mit 20 bis 24 g an. Das passt zu den meisten Würfen und lässt dir Luft, später leichter oder schwerer zu werden. E-Darts sind leichter, wie Steeldart vs. E-Dart erklärt.
- Leicht, 16 bis 19 gBraucht mehr Tempo oder einen höheren Bogen. Kleine Schwankungen in der Kraft siehst du sofort.
- Mittel, 20 bis 24 gFliegt ohne viel Kraft recht gerade und passt trotzdem zu einem lockeren Arm.
- Schwer, ab 25 gHält die Linie auch bei langsamem Schieben, aber die Masse summiert sich über Hunderte Würfe. Ellbogen tut weh? Lies Schmerzen beim Darts.
Barrel-Material
Wolfram oder Messing: Welches Material, und spielt der Prozentwert eine Rolle?
Ja, denn die Dichte entscheidet, wie schlank ein Dart bei gleichem Gewicht sein kann. Reines Wolfram wiegt 19,3 g pro cm³, Messing etwa 8,5, Wolfram-Darts sind also deutlich schlanker. Schlanke Darts lassen mehr Platz im Triple und blockieren sich seltener.
Wie dicht ist welches Barrel-Material?
Der Rest ist Bindemittel. Wolfram allein ist zu spröde zum Bearbeiten, deshalb sind Barrels eine Legierung mit Nickel und anderen Metallen. Über 90 % wird der Gewinn klein, der Preis steigt aber.
Barrel
Welche Barrel-Form, welcher Grip und welche Länge passen zu dir?
Nimm das Barrel, das zu deinem jetzigen Griff passt: Wo deine Finger liegen, bestimmt Form und Länge, und wie fest du zugreifst, wie viel Grip du brauchst. Noch keinen festen Griff? Dann lies zuerst den Ratgeber zum Dart-Griff.
- Gerade kannst du überall greifen, ein vernünftiges erstes Barrel.
- Torpedo fliegt mit der Spitze voran und passt zu einem Griff weit vorne.
- Bomb belohnt einen Frontgriff und kurzes Schieben. Weiter hinten gegriffen, kippt der Dart früh nach unten.
- 40–55 mmBarrel-Länge
- 6–8 mmDurchmesser
Kurze Barrels passen zu einem kompakten Drei-Finger-Griff, lange bieten Platz für vier Finger.
Wie viel Halt gibt welcher Grip?
Spitzen, Schäfte und Flights
Welche Spitzen, Schäfte und Flights solltest du nehmen?
Starte mit festen Spitzen, mittellangen Schäften und Standard-Flights, so wie die meisten Sets geliefert werden. Mit diesen günstigen Teilen experimentierst du, sobald das Barrel feststeht.
Spitzen und Schäfte
- Feste SpitzenIns Barrel eingepresst. Eine strukturierte Spitze hält etwas besser im Sisal.
- Bewegliche SpitzenGleiten beim Einschlag ein paar Millimeter, deshalb prallen Darts am Draht seltener ab. Sie klicken und wollen ab und zu nachgeprüft werden.
- Nylon-SchäfteGünstig und leicht, brechen aber, also kauf gleich mehrere.
- Aluminium-SchäfteKönnen sich verbiegen und lockern. Ein Gummi-O-Ring auf dem Gewinde hilft.
- Titan und CompositeRobuster und teurer. Titan hält jahrelang.
- Spinning-SchäfteDer Kopf dreht sich, sodass ein getroffener Flight wegrotieren kann. Praktisch, wenn du eng gruppierst.
Die meisten Spitzen sind 26 bis 41 mm lang, 32 mm sind ein gängiger Standard. Halt sie leicht abgerundet, nie nadelspitz: Wie du sie schärfst, zeigt der Ratgeber Dartscheibe pflegen.
Flights und Schaftlänge
Schäfte gibt es von etwa 25 mm (extra kurz) bis 55 mm (lang). Jede Marke benennt die Längen anders, also vergleich die Millimeter. Eine Längentabelle und eine Entscheidungshilfe findest du im Ratgeber Flights und Schäfte. Kleine geformte Flights wie Fantails werden seltener vom nächsten Dart getroffen.
Ende zeigt steil nach oben? Probier einen kürzeren Schaft oder einen kleineren Flight, und geh länger oder größer, wenn die Darts flach oder mit dem Ende nach unten stecken. Prüf aber zuerst deinen Wurf, denn ein absackender Ellbogen verändert den Winkel stärker als jedes Teil: Lies den Ratgeber zur Wurftechnik und den Abschnitt zum Follow-through.
Vor dem Kauf
So findest du die richtigen Darts: vor dem Kauf testen
Wirf ein Set an einer Scheibe, bevor du es bezahlst, wann immer das geht. Ein Dart, der sich in der Hand toll anfühlt, kann ganz anders fliegen.
- Such dir eine TestscheibeViele Dartshops haben eine, und Spieler im Verein leihen dir ihr Set meist gern für ein paar Aufnahmen.
- Wirf dich mit deinen Darts einDanach wirfst du das Testset an derselben Scheibe bei gleichem Licht.
- Gib ihm 10 bis 15 AufnahmenZiel auf ein Feld, etwa die 20. Alles Neue fühlt sich anfangs seltsam an.
- Urteile nach der GruppierungDas Set, das enger gruppiert und in gleichmäßigem Winkel steckt, passt besser. Vergleiche Sets, die sich nur in einem Punkt unterscheiden, etwa Gewicht oder Grip.
- Miss es zu Hause nachSpiel mit jedem Set über ein paar Einheiten dieselbe Übung, zum Beispiel Darts auf Zahl. Sridu zählt mit und zeigt eine Heatmap deiner Treffer, so siehst du den Unterschied schwarz auf weiß.
Budget
Wie viel solltest du ausgeben, wenn du Darts kaufen willst?
Ein Wolfram-Set der Mittelklasse mit 80 bis 90 % bietet den meisten Spielern das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Darüber zahlst du vor allem für Optik, einen Namen auf der Packung oder ein etwas schlankeres Barrel.
Einstieg
Messing oder Neusilber
- Kostet wenig
- Reicht, um herauszufinden, ob dir das Spiel Spaß macht
- Dickes Barrel
- Grip nutzt sich schnell ab
Mittelklasse
Unser Tipp
80 bis 90 % Wolfram
- Schlankes Barrel mit gefrästem Grip
- Hält viele Jahre
Premium
95 % Wolfram, Signature-Modelle
- Die schlanksten Barrels
- Kaum Gewinn gegenüber 90 %
- Du zahlst für Namen und Beschichtungen
- ErsatzteileFlights, Schäfte und O-Ringe sind günstig und verschleißen lange vor den Barrels.
- GebrauchtWolfram-Barrels nutzen sich kaum ab, ein gebrauchtes Set mit frischen Flights ist deshalb oft ein Schnäppchen. Prüf, ob die Spitzen gerade und fest sitzen.
- Die ScheibeGute Darts brauchen eine ordentliche Sisalscheibe. Worauf du achten solltest, zeigt der Ratgeber Dartscheibe kaufen.
Setup ändern
Wann solltest du deine Darts wechseln?
Tausch Teile aus, wenn sie verschlissen sind, und wechsle das Barrel nur, wenn ein Problem über Wochen immer wiederkommt. Nach einem schlechten Abend wird erst trainiert, dann über neue Darts nachgedacht.
- Sofort ersetzenEingerissene Flights, gebrochene Schäfte, lockere oder verbogene Spitzen. Sie lassen jeden Wurf ein bisschen anders fliegen.
- Schäfte und Flights anpassenWenn deine Darts ständig ungünstig stecken oder sich gegenseitig treffen. Probier eine Änderung eine Woche lang und entscheide dann.
- Über ein neues Barrel nachdenkenWenn der Grip glatt gegriffen ist oder sich dein Griff verändert hat, etwa von vier auf drei Finger.
- In kleinen Schritten ändernÄndere das Gewicht um 1 oder 2 g auf einmal. Ein Sprung von 20 auf 26 g wirft deinen Rhythmus um.
Gerade erst angefangen? Bei der Frage, welche Darts für Anfänger taugen, reicht jedes mittelschwere Wolfram-Set. Wirf es ein paar Monate, bevor du urteilst, und lies bis dahin den Ratgeber Darts für Anfänger.
Turnierregeln
Welche Darts sind im Turnier erlaubt?
Nach den WDF-Spielregeln darf ein Dart höchstens 30,5 cm lang und 50 g schwer sein. Bei PDC-Turnieren gelten die strengeren DRA-Regeln mit 40 g und 20 cm. Sets aus dem normalen Handel liegen weit innerhalb dieser Grenzen.
- 50 gWDF, max. Gewicht
- 30,5 cmWDF, max. Länge
- 40 gPDC (DRA), max. Gewicht
- 20 cmPDC (DRA), max. Länge
- MetallspitzeEine nadelförmige Metallspitze am Barrel. Kunststoffspitzen von E-Darts erfüllen die Regel nicht.
- Bis zu fünf TeileHinter dem Barrel erlaubt die WDF bis zu fünf Teile, etwa Schaft, Flight, Ringe und einen Flight-Protektor.
- Kein zweiter VersuchEin Dart, der abprallt oder herausfällt, darf nicht noch einmal geworfen werden (WDF-Regel 1.05). Genau das spricht für bewegliche Spitzen.
- Deine LigaLigen und E-Dart-Verbände haben eigene Regelwerke, frag im Zweifel bei deiner Liga nach.
Quellen: WDF Playing and Tournament Rules, 20. überarbeitete Ausgabe (2018), Regeln 1.01 und 1.05, DRA Rule Book, Regel 6.1.1
FAQ
Fragen zur Wahl der Darts
Sind schwere oder leichte Darts besser für Anfänger?
Keins von beiden pauschal. Ein mittleres Gewicht von 20 bis 24 g ist der sicherste Einstieg, weil es kleine Schwankungen in der Kraft verzeiht. Sobald dein Wurf konstant ist, gehst du in Schritten von 1 oder 2 g nach oben oder unten.
Lohnen sich 90 % Wolfram gegenüber 80 %?
Für die meisten Spieler ja, weil das Barrel bei gleichem Gewicht sichtbar schlanker wird. Der Schritt von 90 auf 95 % ist viel kleiner und kostet mehr.
Kann ich Steeldarts auf einer E-Dart-Scheibe werfen?
Nein. Stahlspitzen beschädigen die Kunststoffsegmente einer elektronischen Scheibe. Manche Barrels lassen sich mit einem Umrüstsatz auf Softspitzen umbauen, für E-Darts gelten aber niedrigere Gewichtsgrenzen, siehe Steeldart vs. E-Dart.
Wie oft sollte ich Flights und Schäfte wechseln?
Immer dann, wenn sie beschädigt sind, denn ein eingerissener Flight oder verbogener Schaft fliegt sofort anders. Hab ein paar Ersatzteile in der Dart-Tasche, dann tauschst du sie zwischen zwei Legs.
Machen teurere Darts dich zu einem besseren Spieler?
Nicht von allein. Ein schlankes Wolfram-Barrel hilft, sobald dein Wurf wiederholbar ist, den Großteil der Arbeit erledigt aber das Training.
Stell deine neuen Darts auf die Probe
Der letzte Schritt, um die richtigen Darts zu finden, ist das Nachmessen. Öffne Sridu in Chrome oder Edge, wirf mit jedem Set dieselbe Übung und vergleiche Average, Gruppierung und Checkout-Quote direkt nebeneinander. Kostenlos, ohne Konto, mit Erkennung per Webcam oder zum Eintippen deiner Darts.